Medizin

In Würde zu sich stehen.

☀ 15. Juli 2026 #GuteNachrichten
Eine kleine Gruppe von Menschen sitzt in einem warm beleuchteten Raum locker im Kreis und spricht offen und zugewandt miteinander

Weniger Scham, mehr Würde: Ein Peer-Programm hilft Menschen mit psychischer Erkrankung, sich selbst wieder mit Freundlichkeit zu begegnen.

„In Würde zu sich stehen" (IWS) heißt ein Programm, das Menschen mit psychischer Erkrankung hilft, das sogenannte Selbststigma abzubauen — die Scham, wenn Betroffene negative gesellschaftliche Vorurteile gegen sich selbst richten. Eine große Studie der Universität Ulm und des BKH Günzburg zeigt nun: Es wirkt.

Geleitet wird das Programm von Menschen, die selbst Erfahrung mit psychischer Erkrankung haben (Peers). In vier Gruppentreffen à zwei Stunden geht es ausdrücklich nicht darum, die eigene Erkrankung um jeden Preis offenzulegen — sondern selbstbestimmt zu entscheiden, ob, wann und wem gegenüber man das tut.

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Erwachsene nahmen an der Studie teil (neun Standorte, randomisiert-kontrolliert) — mit spürbar weniger Selbststigma und mehr Lebensqualität.

Das Ergebnis, veröffentlicht in The Lancet Regional Health – Europe: weniger Selbststigma und Stigma-Stress, weniger Scham, gelinderte depressive Symptome, mehr Lebensqualität und soziale Teilhabe. Einige Effekte hielten auch fünf Monate nach dem Programm noch an — und es erwies sich als kosteneffektiv. 💛

Manchmal reichen ein geschützter Raum und vier Nachmittage, um sich selbst mit mehr Würde zu begegnen.


Quelle: Universitätsklinikum Ulm · The Lancet Regional Health – Europe, Juli 2026

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