„In Würde zu sich stehen" (IWS) heißt ein Programm, das Menschen mit psychischer Erkrankung hilft, das sogenannte Selbststigma abzubauen — die Scham, wenn Betroffene negative gesellschaftliche Vorurteile gegen sich selbst richten. Eine große Studie der Universität Ulm und des BKH Günzburg zeigt nun: Es wirkt.
Geleitet wird das Programm von Menschen, die selbst Erfahrung mit psychischer Erkrankung haben (Peers). In vier Gruppentreffen à zwei Stunden geht es ausdrücklich nicht darum, die eigene Erkrankung um jeden Preis offenzulegen — sondern selbstbestimmt zu entscheiden, ob, wann und wem gegenüber man das tut.
Das Ergebnis, veröffentlicht in The Lancet Regional Health – Europe: weniger Selbststigma und Stigma-Stress, weniger Scham, gelinderte depressive Symptome, mehr Lebensqualität und soziale Teilhabe. Einige Effekte hielten auch fünf Monate nach dem Programm noch an — und es erwies sich als kosteneffektiv. 💛
Manchmal reichen ein geschützter Raum und vier Nachmittage, um sich selbst mit mehr Würde zu begegnen.