Was, wenn man Alzheimer und Parkinson aufhalten könnte, bevor überhaupt Schaden entsteht? In beiden Krankheiten verklumpen zwei Eiweiße — Tau und Alpha-Synuclein — zu giftigen Aggregaten in den Hirnzellen. Jahrelang versuchte die Forschung, diese Klümpchen zu verhindern oder aufzulösen.
Ein Team des Baylor College of Medicine ging einen anderen Weg. Denn Tau und Alpha-Synuclein haben auch eine gesunde Aufgabe: Sie helfen, die „Schienen" der Zelle — die Mikrotubuli — aufzubauen, auf denen Nährstoffe transportiert werden. Deren Baustoff ist das Protein Tubulin. Und genau das kann die beiden Eiweiße umlenken: Ist genug Tubulin da, kehren sie zu ihrer gesunden Arbeit zurück, statt zu verklumpen.
Statt die winzigen Tröpfchen zu zerstören, in denen die Eiweiße arbeiten, schiebt der Ansatz sie also vom Krankheits- auf den gesunden Pfad. „Von einem passiven Opfer der Krankheit zu einem aktiven Beschützer" — so beschreiben die Forscher die neue Rolle von Tubulin. 🧠
Noch ist es Grundlagenforschung, weit entfernt von einem fertigen Medikament. Aber es ist ein neuer, hoffnungsvoller Weg gegen zwei der häufigsten Hirnerkrankungen der Welt. ☀️