Nur noch rund 130 Brutpaare des Schreiadlers leben in Deutschland — unserer kleinsten heimischen Adlerart. Jetzt gibt es Grund zur Hoffnung: In einer Aufzuchtstation nahe Potsdam sind 26 Küken geschlüpft, jedes einzelne zählt für das Überleben der Art.
Der Grund für die aufwendige Handaufzucht: Schreiadler legen zwar zwei Eier, ziehen aber nur ein Küken groß — das ältere tötet meist sein jüngeres Geschwister. Die Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe entnimmt deshalb die "Zweiteier" aus deutschen und polnischen Nestern und zieht die Küken von Hand auf.
Damit die Küken keine Bindung zu Menschen aufbauen, tragen die Pflegerinnen und Pfleger beim mehrmals täglichen Füttern mit Mäusefleisch Adlermaske und Umhang. Ende Juli ziehen die Jungvögel in eine Auswilderungsstation um, wo sie tagsüber frei fliegen üben und nachts sicher vor Waschbären sind.
Rechtzeitig zum Vogelzug im September werden sie in die Freiheit entlassen — auf dem Weg in ihr Winterquartier im südlichen Afrika, bis zu 10.000 Kilometer entfernt. 26 kleine Botschafter für eine Art, die jede Hilfe braucht. ☀️