Niederländische Forscher haben eine wichtige neue Spur bei besonders schweren MS-Verläufen gefunden. Ein Team der Universität Leiden, des Netherlands Institute for Neuroscience und der Universität Utrecht entdeckte im Hirngewebe von Betroffenen mit rasch fortschreitender Multipler Sklerose auffällig viele Immunzellen, die mit Fetttröpfchen überladen sind — sogenannte foamy microglia.
Diese überladenen „Aufräum-Zellen" hängen eng mit dem schnellen Fortschreiten der Krankheit zusammen. Die Forscher fanden dabei spezifische Fettmoleküle (Oxylipine), deren Menge im Nervenwasser genau widerspiegelt, wie stark diese Zellen im Gewebe vertreten sind. Das eröffnet die Chance auf einen Biomarker — messbar in der Rückenmarksflüssigkeit, lange bevor sich eine rasche Verschlechterung zeigt.
Denn genau dieser Mechanismus lässt sich womöglich umkehren: Im Tiermodell förderte das Blockieren des Enzyms MAGL die Erholung der Entzündungsherde. Ein Wirkstoff, der hier ansetzt, wird bereits gemeinsam mit Roche in klinischen Studien getestet. 💛
Noch ist es Forschung — aber genau die Art Spur, die bei einer schwer behandelbaren Krankheit echte Hoffnung macht.