Sie galten als verschwunden. Doch dann tappten sie in die Kamera: In einem abgelegenen Teil des Maasai-Mau-Waldes in Kenia haben Kamerafallen drei wilde Bergbongos fotografiert — rund 200 Kilometer von ihrem wichtigsten bekannten Rückzugsgebiet, den Aberdares, entfernt. Naturschützer hatten die scheue, kastanienrote Waldantilope dort längst aufgegeben.
Der Bergbongo ist so scheu, dass er „Geist des Waldes" genannt wird. Einer der fotografierten Bullen war vermutlich schon 2018 gesichtet worden — dass er sich so lange unentdeckt halten konnte, nährt die Hoffnung, dass auch andere überlebt haben. Die Aufnahmen zeigen einen ausgewachsenen Bullen sowie ein junges Männchen und Weibchen. 🦌
Der Fund ist auch ein Auftrag: Anders als die Aberdares ist der Maasai-Mau-Wald kein Nationalpark und bislang kaum geschützt. Naturschützer machten die Entdeckung deshalb bewusst öffentlich — um den Druck zu erhöhen, diesen Lebensraum zu sichern, bevor er verschwindet. Parallel bringen Zuchtprogramme in Europa und den USA neue Tiere zurück nach Kenia.
Manchmal ist das Schönste nicht, etwas Neues zu finden — sondern etwas wiederzufinden, das man verloren glaubte. 💛